Michael Paulus, Geschäftsführer Ericsson Services Germany über das aktuelle Richtfunkangebot in Deutschland
An wen richtet sich dieses neue Angebot von Ericsson?
An alle Unternehmen oder Behörden, die ohne lange Wartezeiten eine leistungsfähige Alternative zum Festnetzbreitband benötigen. Dies können bei-
spielsweise Netzbetreiber, Energieversorger, Behörden, TV-Sender, aber auch Kommunen sein.
Dabei spielt es keine Rolle, ob die gewünschten Übertragungskapazitäten dauerhaft oder nur
temporär gebraucht werden.
Welches sind die möglichen Anwendungsszenarien?
Neben der Kapazitätserweiterung eines vorhandenen Netzes geht es in vielen Fällen um eine hochsichere Zwei-Wege-Anbindung von Standorten. Außerdem leistet das Angebot etwa bei Großveranstaltungen
oder Katastrophenfällen sehr gute Dienste.
Besonders interessant ist unsere Richtfunklösung für die Erschließung ländlicher Regionen, die bisher keine DSL-Versorgung aufweisen. Dieses Defizit können wir rasch beseitigen, was die Zukunftsfähigkeit dieser Städte und Gemeinden deutlich verbessert. Schließlich kann heute kaum noch ein Unternehmen oder ein Privathaushalt auf einen schnellen Anschluss ans Internet verzichten.
Welche Strahlenbelastung entsteht durch eine Richtfunkverbindung?
Es ist uns bewusst, dass der Bedarf an Information seitens der Bevölkerung zu diesem Thema hoch ist. Grundvoraussetzung für eine Richtfunkverbindung ist es, dass Sende- und Empfangsantenne in Sichtverbindung stehen und das Nahfeld grundsätzlich
freigehalten wird. Üblicherweise wird in Höhen ab zehn Metern übertragen. Schon dies schließt aus, dass sich Personen, Wohnhäuser oder ländliche Erhebungen innerhalb
der Richtfunkstrecke befinden. Denn Richtfunk bedeutet, dass gebündelte Wellen direkt auf das Empfangsziel ausgerichtet werden. Außerhalb der Hauptabstrahl-
winkel einer Richtfunkverbindung gibt es hingegen kaum Streustrahlung.
Wie hoch ist der Aufwand, eine Richtfunkstrecke aufzubauen?
Das hängt vom Einzelfall ab. Aber im Grunde geht es lediglich darum, zwischen
zwei Punkten eine Funkverbindung herzustellen. Von der jeweiligen Richtfunk-
station wird das Signal etwa über das vorhandene Telefonnetz zu den jeweiligen
Anwendern weitergeleitet. Für eine solche Umsetzung werden nur sehr wenige
Komponenten benötigt, die sich bei schon vorhandener Infrastruktur schnell
initieren und installieren lassen!
Mit welchen Kosten müssen Ericsson-Kunden rechnen?
Wir bieten maßgeschneiderte Leistungs- und Tarifangebote. Auf Wunsch können Kombinationen aus einmaliger Bereitstellungsgebühr und monatlichen Pauschal-
zahlungen genutzt werden. Deren Höhe richtet sich vor allem nach der gewünschen Übertragungskapazität und Entfernung. Dabei kümmert sich Ericsson um die
Aufstellung der benötigten Richtfunkstationen, den Betrieb, die laufende Über-
wachung und die Wartung des Netzes. Durch ein solches, maßgenschneidertes
Service-Angebot enstehen günstige und klar kalkulierbare Kosten.
Kommt das Angebot auch preislich als Festnetzalternative für ländliche Gemeinden in Frage?
Das hängt natürlich vom individuellen Geschäftsmodell ab. Wenn unser Kunde zum Beispiel ein lokaler IT-Dienstleister vor Ort ist, bietet ein Leasingmodell mit festen monatlichen Zahlungen die nötige Kalkulationssicherheit. Je nach lokalen Bedingungen kann sich diese Lösung - mit marktkonformen Kosten für die Endkunden - bereits an Standorten rechnen, an denen DSL-Anschlüsse in geringer Menge geschaltet werden sollen, wie zum Beispiel in Ratzenried, ein Ort der Gemeinde Argenbühl in Baden-Württemberg.