Ericsson sieht Zukunftschancen
In seiner Rede an die Aktionäre des Unternehmens auf der Hauptversammlung am 9. April 2008 in Stockholm hat Carl-Henric Svanberg, CEO und President von Ericsson (NASDAQ: ERIC), herausgestellt, dass die Geschäftsergebnisse für 2007 zu den besten der Firmengeschichte gehören. Ericsson konnte in fast allen Bereichen Marktanteile gewinnen und ist aktuell deutlich größer als die nächstgrößeren Wettbewerber - obwohl viele von ihnen fusioniert haben.
Svanberg sagte, dass der Telekommunikationsmarkt auf eine spannende Zukunft zusteuere, in der sich viele neue Möglichkeiten für das Unternehmen ergeben würden. Allerdings sei der Markt mitunter externen Faktoren ausgesetzt, etwa technologischen oder anderen Veränderungen. Es sei deshalb wichtig, langfristige Perspektiven zu verfolgen.
Der Konzernumsatz stieg im Jahr 2007 um fünf Prozent auf 188 Milliarden Schwedische Kronen (SEK), der Gewinn lag bei annähernd 31 Milliarden SEK. Damit entfällt auf Ericsson ein Viertel des Umsatzes der gesamten Branche und mehr als zwei Drittel des Gewinns.
Svanberg skizzierte die Aktivitäten der drei Geschäftsbereiche. Den größten Bereich stellt die Sparte Networks dar, in der zwei Drittel des Gesamtumsatzes von Ericsson erwirtschaftet wurden. Im Jahr 2007 lieferte Ericsson die einmillionste Basisstation aus. Jeden Monat werden über Basisstationen von Ericsson 300 Milliarden Verkehrsminuten abgewickelt. Svanberg hob hervor, dass es für Kunden unerlässlich sei, einen Hauptlieferanten zu besitzen, der eine Vorreiterrolle einnehmen und als erster neue Produkte einführen könne.
Der Geschäftsbereich Global Services hat seinen Absatz innerhalb der letzten fünf Jahre verdoppelt und erwirtschaftet nun ein Viertel des Konzernumsatzes. Neue Technologien führten dazu, dass die Komplexität der Netze zunimmt; mit der Folge, dass der Bedarf an Systemintegrationsleistungen entsprechend schnell wachse. Ericsson betreue über 800 Netze mit einer Milliarde Teilnehmern, was einem Drittel aller Teilnehmer weltweit entspreche. Ericsson betreibe außerdem Netze mit 185 Millionen Nutzern und liege damit gleichauf mit den größten Netzbetreibern der Welt.
Im zukunftsträchtigen Geschäftsbereich Multimedia, der erst vor etwa einem Jahr geschaffen wurde, investiere Ericsson beträchtliche Summen in Forschung und Entwicklung. Svanberg wies darauf hin, dass erwartet werde, dass Angebote wie YouTube die Nutzung mobiler Netze innerhalb der nächsten Jahre deutlich steigern werde. Dadurch würden sich neue Möglichkeiten für diesen Geschäftsbereich ergeben. Zudem müssten die Netzbetreiber sowohl in die Kapazität ihrer Netze als auch in neue Software investieren, um den steigenden Datenverkehr bewältigen zu können. Hierzu könne der Geschäftsbereich Networks entsprechende Produkte und Lösungen zur Verfügung stellen.
Neue Dienste machen Netze mit höheren Übertragungsgeschwindigkeiten und größerer Kapazität erforderlich. Im letzen Jahr hat Ericsson 29 Milliarden SEK in Forschung und Entwicklung investiert. Svanberg zeigte die erste Mobilfunkstation, die sowohl für die GSM/WCDMA- als auch für die neue LTE-Technologie (Long Term Evolution) ausgelegt ist. Sie wurde im Februar 2007 vorgestellt und ist die weltweit erste Basisstation, mit der Mobilfunkgespräche zwischen LTE-Mobiltelefonen vermittelt werden können.
Allerdings, so hob Svanberg hervor, gehe es Ericsson nicht nur um die Entwicklung immer schnellerer und leistungsfähigerer Netze. Das Unternehmen arbeite auch daran, die Energieeffizienz zu verbessern und die Nutzung alternativer Energien, etwa der Sonnenenergie, zu intensivieren.
Svanberg unterstrich, dass das Jahr 2007 wegen hoher Schwankungen der Aktienkurse für die Aktionäre schwierig gewesen sei. Es sei aber auch ein Jahr vieler Erfolge gewesen. Ericsson sei außerdem im Vergleich zu den Mitbewerbern nie stärker als heute gewesen.
Zum Abschluss seiner Rede hob Svanberg den sehr guten Ruf hervor, den Ericsson bei seinen Kunden genieße. Er betonte außerdem, wie sehr ihn die Energie, das Engagement und die Entschlossenheit aller Mitarbeiter des Unternehmens beeindruckt habe.