Die Deutsche Telekom hatte den Zuschlag bei der öffentlichen Ausschreibung des Projektes erhalten. Ericsson ist der Partner für die DSL-Technik und bietet überall dort, wo das Verlegen von Glasfaser technisch oder wirtschaftlich nicht möglich ist, die Anbindung über das eigene Richtfunk-Netz an.
Ericsson hatte Ende 2007 das bundesweite Richtfunknetz der Deutschen Telekom übernommen und vermietet die Richtfunkkapazitäten seitdem an die Deutsche Telekom, aber auch andere Netzanbieter sowie weitere Großkunden oder Sicherheitsbehörden, so im Rahmen des Ausbaus des digitalen Behördenfunks (BOS).
Das vom Land Baden-Württemberg geförderte Modellprojekt Großerlach wurde von den fünf Gemeinden, die teils im Rems-Murr-Kreis, teils im Landkreis Schwäbisch Hall liegen, gemeinsam realisiert. Rund 4.200 Haushalte können so bis Ende 2009 erstmals in den Genuß von Breitband mit bis zu 16.000 Kbit/s kommen, unabhängig davon, ob die Kabelverzweiger per Glasfaser oder Richtfunk angebunden wurden. Für die sogenannte letzte Meile vom Kabelverzweiger bis in die Haushalte werden die vorhandenen Telefon-Kupferkabel genutzt. Die Kunden bemerken keinen Unterschied zur konventionellen DSL-Anbindung über Glasfaser- und Kupferkabel.
„Die Breitbandanbindung ist heute für Familien, Selbständige und Betriebe ein ebenso entscheidender Standortfaktor wie die Wasser- und Stromversorgung. Umso mehr Gewicht bekommt unser Modellprojekt, indem es zeigt, wie sich auch topografisch schwer zu erschließende Regionen durch eine gemeinsame Anstrengung versorgen lassen“, sagte Bürgermeister Christoph Jäger stellvertretend für die fünf beteiligten Gemeinden.
„Mit unserem Programm „Mehr Breitband für Deutschland“ sind wir als führender Netzbetreiber bemüht, den Menschen möglichst überall Zugang zum schnellen Internet zu verschaffen. Insofern hat das Projekt Großerlach für uns Modellcharakter. Denn vor Ort schließt die Kombination aus Glasfaser- und Richtfunkanbindung einige der so genannten weißen Flecken auf der DSL-Landkarte und gilt damit unter den entsprechenden Bedingungen als zukunftsweisende Lösung“, betonte Ulrich Adams, Leiter des Projektes „Mehr Breitband für Deutschland“ bei der Deutschen Telekom.
„Wir betreiben als einziger Telekommunikationsausrüster ein eigenes deutschlandweites Richtfunknetz mit weit über 5.000 Verbindungen, an das Netzbetreiber oder Service-Dienstleister interessierte Gemeinden schnell und kostengünstig anschließen können. Neben dem Ausbau des mobilen Breitbandes sehen wir hierin die besten Voraussetzungen, um die Breitbandziele der Bundesregierung zeitnah zu erfüllen“ so Carsten Ahrens, Geschäftsführer der Ericsson GmbH.