Umwelt

Weltweit spielen Umweltaspekte verstärkt eine Rolle, vor allem der Klimawandel. Die Industrie ist ein wichtiger Akteur, um diese Probleme zu lösen. Daher hat Ericsson hohe Ansprüche an die Produkte und Dienstleistungen, die wir anbieten.

Ericsson erwartet folglich von Ihnen als unserem Lieferanten, dass Sie die gleichen hohen Standards einhalten. Generell erwarten wir, dass unsere Lieferanten aus strategischer Sicht und systematisch mit Umweltfragen befassen. Wir erwarten, dass unsere Lieferanten ihre Umweltrisiken selbst identifizieren und Maßnahmen zu deren Minimierung ergreifen. Wir erwarten jedoch mindestens, dass unsere Lieferanten die im Kodex sowie in den Umweltanforderungen für Geschäftspartner von Ericsson festgelegten Anforderungen einhalten.

Vollständige Informationen finden Sie unter: Supplier requirements related to responsible sourcing.

Umweltmanagementsystem

Ericsson erwartet, dass Sie als Lieferant sich systematisch mit Umweltfragen befassen. Das bedeutet, dass alle unsere Lieferanten über ein Umweltmanagementsystem verfügen müssen, das für ihre Geschäftstätigkeit relevant ist. So können beispielsweise für einen Lieferanten, der an der Herstellung von Hardwarekomponenten beteiligt ist, höhere Umweltrisiken entstehen als für einen Softwarelieferanten. Dies sollte sich dann auch im Managementsystem und den Zielen, Bemühungen und Vorgaben widerspiegeln, die sich der Lieferant zur Minderung der Risiken setzt.

Die Mindestbestandteile des Managementsystems, wie die Notwendigkeit einer Umweltrichtlinie, die Identifikation von Umweltaspekten und die Umsetzung eines Verbesserungsprogramms, werden im Kodex ausführlich beschrieben.

Darüber hinaus wird eine Umweltzertifizierung nach ISO 14001 oder einer gleichwertigen Norm positiv bewertet.

Sie als Lieferant sollten eine verantwortliche Person („Managementbeauftragter“) benennen, um sicherzustellen, dass die umweltrechtlichen Anforderungen erfüllt werden.

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Produkte und Dienstleistungen

Die Hardwareprodukte und -komponenten, die wir von unseren Lieferanten beziehen, werden in den meisten Fällen in Ericsson-Markenprodukte integriert. Wir als Unternehmen müssen wiederum zeigen, dass unsere Produkte die Anforderungen unserer Kunden und die gesetzlichen Bestimmungen sowie unsere Ziele in Bezug auf ökologische Nachhaltigkeit erfüllen. Eine wichtige Rolle spielt, welche Stoffe in den von uns bezogenen Produkten enthalten sind, wie viel Energie sie verbrauchen und wie sie nach dem Ende ihrer Nutzungsdauer entsorgt werden sollen.

Sie als Lieferant müssen Konstruktions- und Lieferkettenmaßnahmen nachweisen können, die eine Reduzierung der Umweltfolgen Ihrer Produkte und Dienstleistungen ermöglichen.

Sie müssen die in den Listen verbotener und eingeschränkt verwendbarer Stoffe von Ericsson aufgeführten Anforderungen erfüllen, beispielsweise für alle Stoffe, deren Verwendung in Produkten von Ericsson verboten ist.  Darüber hinaus müssen alle unsere Lieferanten von Hardwarekomponenten bereit sein, den Materialgehalt der an Ericsson gelieferten Produkte vollständig zu deklarieren.

Frau im Fertigungsbereich

Fertigung

Ebenso wichtig wie unsere Produktanforderungen sind unsere Anforderungen an die Herstellung unserer Produkte. Ericsson möchte bei der Herstellung seiner Produkte keine Umweltschäden verursachen.

Wenn Sie als Lieferant Produkte herstellen, die Sie an Ericsson verkaufen, müssen Sie umweltfreundliche Herstellungsverfahren nachweisen. Das bedeutet, dass Sie keine Chemikalien verwenden dürfen, die in den Listen der verbotenen und eingeschränkt einsetzbaren Stoffe von Ericsson aufgeführt sind. Sie müssen zudem über geeignete Anlagen verfügen, um Emissionen oder Abwässer aus Ihrem Betrieb zu behandeln und sicherstellen, dass diese Anlagen ordnungsgemäß gewartet werden und immer wie vorgesehen funktionieren.

Städtischer Transport

Transport

Alle Transporte haben große Auswirkungen auf die Umwelt. Daher wird von Ihnen als Lieferant erwartet, dass Sie diese Auswirkungen reduzieren, indem Sie nach Möglichkeit die umweltfreundlichsten Verkehrsträger verwenden.

  • Von Ihnen wird erwartet, dass Sie kraftstoffsparende und emissionsarme Fahrzeuge verwenden, wenn Sie Waren transportieren oder Dienstleistungen für Ericsson erbringen. Nutzen Sie, soweit möglich, den Versand auf dem Land- oder Seeweg, statt Ihre Produkte und Komponenten per Luftfracht zu transportieren.
  • Sie müssen auf Anfrage Informationen über die Umweltauswirkungen des Warentransports an Ericsson bereitstellen können, z. B. über Verkehrsträger, Emissionen der Verkehrsträger, Verpackungsmaterial und Produktionsstandorte.
Tal

Eindämmung des Klimawandels

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen der Gegenwart. Wir sind der Meinung, dass die Industrie bei der Lösung dieser Herausforderung eine wichtige Rolle spielen muss. Zudem werden im Zusammenhang mit Energieeinsparung und Klimaschutz die Vorschriften und Anforderungen immer strenger. So haben viele Kunden von Ericsson beispielsweise Anforderungen an die Klimaneutralität in ihrer gesamten Wertschöpfungskette umgesetzt, d. h. alle Abläufe müssen in Bezug auf Treibhausgasemissionen neutral sein.

Wir fordern alle unsere Lieferanten auf, ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren, um das 1,5-Grad-Szenario des Pariser Klimaschutzabkommens der UN zu erfüllen. Die Erfüllung des 1,5-Grad-Szenarios bedeutet, dass wir als Unternehmen die Treibhausgasemissionen um einen Betrag reduzieren müssen, den die Wissenschaft für ausreichend hält, um die globale Erwärmung auf 1,5 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

Der erste Schritt zur Reduzierung von CO2-Emissionen besteht darin, den eigenen CO2-Fußabdruck zu berechnen. Dabei werden alle Treibhausgasemissionen nach den Protokollstandards des Treibhausgasprotokolls in Kohlendioxidäquivalente [1](CO2e) umgerechnet.

Jeder Lieferant kann über die Reduktionsziele des Unternehmens selbst entscheiden. Wir empfehlen unseren Lieferanten jedoch, sich bei der Definition der richtigen Unternehmensziele beraten zu lassen, um das 1,5-Grad-Szenario zu erfüllen. Wir empfehlen, wissenschaftlich fundierte Ziele festzulegen. Lieferanten können dazu die Emissionsminderungsziele des Unternehmens an die Science Based Targets-Initiative (SBTi) übermitteln, um die erforderliche Unterstützung zu erhalten. Sobald die Unternehmensziele festgelegt sind, können Sie Maßnahmen ergreifen, um Ihre Ziele zu erreichen. Weitere Hinweise und Informationen, wie Branchen und Unternehmen Emissionen reduzieren können, finden Sie auf der Website -   exponential roadmap.

Sobald die Ziele festgelegt und offiziell sind, sollten Sie als Unternehmen Pläne und Roadmaps entwickeln, um Ihre CO2-Emissionen schrittweise zu reduzieren. In den kommenden Jahren werden wir unsere Maßstäbe für den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen schrittweise erhöhen.

Windkraft

Energieverbrauch

Der Energieverbrauch trägt bei einem Unternehmen immer stark zu den Emissionen bei. Um die 1,5-Grad-Vorgaben zu erfüllen, müssen Lieferanten zunächst versuchen, ihren Energieverbrauch im Unternehmen zu reduzieren. Energieeffizienz ist wichtig; ein Unternehmen kann bei der Reduzierung des Energieverbrauchs viel Geld sparen.

Sobald der Energieverbrauch minimiert ist, kommt es darauf an, die kohlenstoffärmsten Alternativen für die Elektroenergieversorgung zu wählen. Wenn in Ihrem Land ein Strommix existiert, der aus fossilen Quellen wie Kohle, Erdgas oder Öl stammt, wäre es eine gute Idee, den Kauf von Ökostrom oder Ökostromzertifikaten zu untersuchen. Für einige Unternehmen kann es sich auch auszahlen, in die Produktion von Strom aus erneuerbaren Energien am Standort zu investieren.

Außerdem sollten die Unternehmen untersuchen, wie Heizung oder Kühlung erfolgen. Es wird die je nach den Umständen kohlenstoffärmste Alternative verwendet.

Hinweis zu der Science Bases Targets-Initiative:

  1. Messen und berechnen Sie Ihren CO2-Fußabdruck mit Hilfe des Treibhausgasprotokolls. Die Emissionen werden dann unterteilt in: Emissionen aus eigenen oder kontrollierten Quellen (Scope 1) sowie indirekte Emissionen aus der Erzeugung von Fremdenergie (Scope 2) und ggf. eigene indirekte Emissionen (Scope 3).
  2. Entscheiden Sie sich für ein Basisjahr, das nicht weniger als 2 Jahre zurückliegt, um Ihre Emissionsreduktionen und Fortschritte zu messen.
  3. Entscheiden Sie sich für ein absolutes Ziel in der Zukunft, um Ihre Emissionen innerhalb von 10 Jahren gegenüber dem Basisjahr mindestens zu halbieren. Das bedeutet eine jährliche Reduzierung der Emissionen um 7 %.  Ihr Ziel kann offiziell über die Science Based Target-Initiative registriert werden.
  4. Implementieren Sie Maßnahmen zur Reduzierung der Treibhausgase und Pläne, um dieses Ziel zu erreichen.
Stadtansicht mit Wasser

Wasserwirtschaft

Frisches und sauberes Wasser ist eine knappe natürliche Ressource. Aufgrund von Niederschlagsänderungen durch den Klimawandel dürfte diese Ressource noch knapper werden. Von Ihnen als Lieferant wird erwartet, dass Sie Ihren Wasserverbrauch kontrollieren und messen. Wenn der Wasserverbrauch als wesentlicher Umweltaspekt identifiziert wird, erwarten wir von Ihnen die Entwicklung eines Wassermanagementplans zur Reduzierung des Gesamtwasserverbrauchs.

Elektronikschrott

Abfall- und Kreislaufwirtschaft

Lieferanten müssen den Abfall aus ihrem Betrieb minimieren. Um eine Reduzierung der Abfallströme zu erreichen, muss der Lieferant deren Auswirkungen ermitteln sowie Ziele und Pläne zur Abfallreduzierung definieren und umsetzen. Sofern zutreffend, müssen alle Abfallströme aus dem Betrieb eines Lieferanten zur Wiederverwertung oder Wiederverwendung getrennt werden.

Der Lieferant hat Ericsson auf Verlangen über die Ziele, Pläne und Ergebnisse der Abfallreduzierung zu informieren.

Fragen

Die folgenden Fragen geben Ihnen einen Überblick, was Sie in Ihrem Managementsystem in diesem Zusammenhang sicherstellen müssen. Sie sollten die Fragen als Leitfaden mit ausgewählten Beispielen und nicht als vollständige Liste betrachten.

  • Existiert in Ihrem Unternehmen eine Umweltrichtlinie?
  • Verfügt Ihr Unternehmen über ein eingeführtes Verfahren zur Identifizierung und Einstufung der verschiedenen Arten von Umweltfolgen, die es verursacht (Ihre „Umweltaspekte“) - beispielsweise Umweltrisiken?
  • Verfügt Ihr Unternehmen über ein System zur Identifizierung der relevanten Umweltbestimmungen und -vorschriften und zur Wahrung der Genauigkeit der Informationen?
  • Berücksichtigt Ihr Unternehmen Umweltfaktoren bei relevanten Geschäftsentscheidungen, z. B. beim Kauf von Fahrzeugen, Produkten, Reisen oder bei der Auswahl von Prozesschemikalien?
  • Halten Sie Ihr derzeitiges Umweltmanagement für proaktiv und effizient?