Menschenrechte sind Rechte, die für alle Menschen gelten, unabhängig von der Nationalität, dem Wohnsitz, Geschlecht, der nationalen oder ethnischen Herkunft, Hautfarbe, Religion, Sprache oder einem anderen Status. Wir alle haben die gleichen Rechte als Menschen, ohne Diskriminierung.

Alle Unternehmen sind verantwortlich für die Achtung der Menschenrechte entlang ihrer Wertschöpfungskette, unabhängig von der Fähigkeit oder Bereitschaft von Behörden, die Menschenrechte zu schützen.

Die unternehmerische Verantwortung für die Achtung der Menschenrechte bedeutet, dass Unternehmen die Menschenrechte anderer nicht verletzen dürfen und bei Missachtungen der Menschenrechte reagieren müssen, die mit ihrer Geschäftstätigkeit zusammenhängen. Es reicht nicht aus, sich nur an die örtlichen Gesetze zu halten oder für wohltätige Zwecke zu spenden. Um Ihrer Verantwortung für die Achtung der Menschenrechte als Lieferant von Ericsson gerecht zu werden, benötigen Sie effektive Managementsysteme und -kontrollen. Dazu gehören Richtlinien, Verfahren und Prozesse zur Achtung der Menschenrechte, die Risiken identifizieren, Maßnahmen zur Minderung dieser Risiken umsetzen, die Wirksamkeit solcher Maßnahmen überwachen und sicherstellen sollen, dass Unterlieferanten die gleichen Anforderungen erfüllen.

Damit Beschwerden zeitnah bearbeitet und direkt behoben werden können, müssen Sie als Lieferant von Ericsson auch wirksame Beschwerdemechanismen für Einzelpersonen und Gemeinschaften einrichten, die von Ihren Aktivitäten betroffen sein könnten, oder sich an solchen Beschwerdemechanismen beteiligen.

Fragen

  • Haben Sie die tatsächlichen und potenziellen Auswirkungen Ihres Unternehmens auf die Menschenrechte analysiert?
  • Welche konkreten Maßnahmen haben Sie ergriffen, um solche Auswirkungen zu berücksichtigen, abzumildern und zu verhindern?
  • Verfügt Ihr Unternehmen über eine Verfahrensweise, Beschwerden wegen einer Missachtung der Menschenrechte zu bearbeiten und Abhilfe für die Betroffenen zu schaffen?
  • Analysiert Ihr Unternehmen Hindernisse, beispielsweise lokale Gesetze oder Geschäftspraktiken, die Sie daran hindern, die Achtung der Menschenrechte zu gewährleisten?
  • Verfügt Ihr Unternehmen über einen Prozess, mit dem Sie sicherstellen, dass Ihre Lieferanten und Unterlieferanten die gleichen Menschenrechtsstandards einhalten?

Die Anforderungen an die Menschen- und Arbeitnehmerrechte im Kodex

Der Abschnitt zu Menschen- und Arbeitnehmerrechten des Verhaltenskodex von Ericsson für Geschäftspartner besteht aus neun Teilen. Wir werden nun die einzelnen Teile und die damit in der Praxis verbundenen Anforderungen an Sie als Lieferant durchgehen.
Feldeinsätze im Norden

Faire Beschäftigungsbedingungen

Faire Beschäftigungsbedingungen sind eine entscheidende Grundlage für die Einhaltung anderer Arbeitnehmerrechte und ermöglichen es den Mitarbeitern, sich ihrer Rechte bewusst zu werden.

Hier einige der wichtigsten Punkte, die Sie als Lieferant sicherstellen müssen:

  • Die Mitarbeiter müssen über ihre Beschäftigungsbedingungen informiert werden und diese verstehen. Die Mitarbeiter müssen diese Informationen auch in Form eines schriftlichen Vertrages erhalten, der die grundlegenden Beschäftigungsbedingungen in einer für sie verständlichen Sprache festlegt.
  • Die Bezahlung und die Bedingungen müssen fair und angemessen sein und mindestens den geltenden Gesetzen oder Branchenstandards entsprechen, je nachdem, welche höher ist.
  • Die Arbeitszeiten müssen den geltenden Gesetzen entsprechen. Die normale Wochenarbeitszeit darf 48 Stunden nicht übersteigen. Über die normale Arbeitswoche hinausgehende Arbeitsstunden sind freiwillig, es sei denn, sie sind gesetzlich zulässig oder juristisch verbindlich, z. B. durch Tarifverträge, vereinbart. Anderenfalls darf eine Arbeitswoche 60 Stunden nicht überschreiten.
  • Außer in Ausnahmefällen ist dem Personal in jedem Siebentageszeitraum mindestens ein voller Tag (24 Stunden) Freizeit zur Verfügung zu stellen.
  • Lohnabzug als Disziplinarmaßnahme ist nicht zulässig.
  • Körperliche Bestrafung, körperlicher oder verbaler Missbrauch, Mobbing oder andere rechtswidrige Belästigungen sowie Bedrohungen oder andere Formen der Einschüchterung sind verboten.
Autobahn

Vereinigungsfreiheit

Die Freiheit, Gewerkschaften zu gründen, und das Recht der Arbeitnehmer, über eine Vertretungsorganisation Kollektivverträge auszuhandeln, sind wichtige Rechte an sich, aber zugleich Voraussetzung für weitere Arbeitnehmerrechte, d. h. die Achtung dieser Rechte kann in vielen Fällen zur Erfüllung einer Reihe weiterer Arbeitnehmerrechte beitragen.

Als Lieferant von Ericsson müssen Sie sicherstellen, dass es allen Arbeitnehmern freisteht, Gewerkschaften oder ähnlichen externen Vertretungsorganisationen beizutreten oder nicht beizutreten und kollektiv zu verhandeln.

In einigen Ländern sind unabhängige Gewerkschaften gesetzlich verboten. Selbst in diesen Ländern sind jedoch alternative Formen der Arbeitnehmervertretung möglich. Es sei darauf hingewiesen, dass die Arbeitnehmer ihre Vertreter selbst wählen müssen.

Mann am Telefon sprechen

Meinungsfreiheit und Recht auf Privatsphäre

Meinungsfreiheit und Recht auf Privatsphäre sind für Ericsson zwei der wichtigsten Menschenrechte. Wir fordern unsere Lieferanten auf, ebenfalls großen Wert auf diese Rechte zu legen.

Als Lieferant von Ericsson müssen Sie das Recht der Menschen auf Privatsphäre und Selbstbestimmung respektieren, wenn Sie personenbezogene Daten von Mitarbeitern, Kunden oder anderen Interessengruppen sammeln, verarbeiten oder speichern.

Kinder, die Schirm betrachten

Verbot von Kinderarbeit

Das Mindestalter ist das Alter bis zum Abschluss der Pflichtschule, mindestens jedoch 15 Jahre.

Eine Person unter 18 Jahren gilt jedoch als Kind. Wenn Kinder im Alter von 15 bis 18 Jahren arbeiten dürfen, dürfen sie unter keinen Umständen für gefährliche oder ihrer persönlichen Entwicklung schädliche Arbeiten eingesetzt werden. Die persönliche Entwicklung umfasst die Gesundheit eines Kindes bzw. seine physische, mentale spirituelle, moralische oder soziale Entwicklung.

Als Lieferant sind Sie auch verpflichtet, den ordnungsgemäßen Einsatz der Teilnehmer am Ausbildungsprogramm und der studentischen Praktikanten sicherzustellen.

Männer, die ein Spiel spielen

Verbot von Zwangsarbeit

Moderne Sklaverei, einschließlich Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft oder Dienstverpflichtung und Menschenhandel, ist strengstens verboten.

Moderne Sklaverei kann sich in vielen Formen zeigen, z.B. durch Verhinderung des Ausscheidens von Arbeitnehmern aus dem Arbeitsverhältnis, durch die Forderung von Sicherheiten und Einbehaltung von Ausweispapieren, Einstellungsgebühren oder durch die Verpflichtung der Arbeitnehmer, nach einer vom Unternehmen geförderten Ausbildung eine unangemessen lange Vertragszeit für diesen Arbeitgeber tätig zu sein.

Leute außerhalb des Hauptsitzes von Ericsson

Beseitigung von Diskriminierung

Ericsson akzeptiert keine Formen der Diskriminierung. Als Lieferant müssen Sie sicherstellen, dass alle Mitarbeiter mit Respekt und Würde behandelt werden.

Jegliche Diskriminierung aufgrund von Vorurteilen oder Befangenheit ist verboten, beispielsweise Diskriminierung aufgrund von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, sexueller Orientierung, geschlechtsspezifischer Identität, Familienstand, Schwangerschaft, elterlichem Status, Religion, politischer Meinung, Nationalität, ethnischem Hintergrund, sozialer Herkunft, sozialem Status, indigenem Status, Behinderung, Alter, Gewerkschaftszugehörigkeit oder Tätigkeit als Arbeitnehmervertreter sowie aufgrund allen sonstigen Merkmale, die gegebenenfalls durch das geltende Recht geschützt sind.

Turm in der Landschaft

Landrechte

In Fällen, in denen Landrechte von Gemeinden beeinträchtigt werden könnten, müssen die Lieferanten sicherstellen, dass ein angemessener Dialog und eine Konsultation mit den lokalen Gemeinden und den betroffenen Interessengruppen eingeleitet werden.

Diese Anforderung soll die so genannte Landnahme bekämpfen, d. h. wenn das Land von lokalen Gemeinden und/oder Einzelpersonen, wie ethnischen Gemeinschaften, Dörfern und/oder landwirtschaftliche Flächen aufgrund der Geschäftstätigkeit eines Unternehmens beeinträchtigt wird. Selbst wenn eine behördliche Genehmigung für den Betrieb eingeholt wurde, muss immer eine Interaktion mit der Gemeinschaft erfolgen.

Das Interaktion mit der Gemeinschaft sollte in einer ganzheitlichen, gerechten, kulturell angemessenen, geschlechtsspezifischen und rechtskonformen Weise erfolgen.

Tagebaugebiet

Verantwortungsvolle Beschaffung von Rohstoffen

Die Beschaffung von Rohstoffen erfolgt oft aus Hochrisiko- und Konfliktgebieten. Daher sind von Ihnen als Lieferant spezifische Maßnahmen im Rahmen der Sorgfaltspflicht erforderlich.

Die Sorgfaltspflicht muss mit den relevanten Teilen der OECD-Due-Diligence-Leitlinien übereinstimmen, d h. alle Mineralien und Metalle aus Konflikt- und Hochrisikogebieten fallen unter diese Anforderung.

Eine detailliertere Anleitung zur Erfüllung dieser Anforderung bietet Ericsson in einer separaten Schulung zum Thema Konfliktmineralien - Conflict minerals.

Aktive Chirurgie

Verantwortungsbewusster Einsatz der KI

Künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen, autonome und intelligente Systeme (zusammen „KI“) haben das Potenzial, zur nachhaltigen Entwicklung beizutragen, und sind ein wichtiger Teil unseres Geschäfts. Wir müssen jedoch sicherstellen, dass der Einsatz der KI nicht zu einer Missachtung der Menschenrechte führt.

Lieferanten, die KI für oder mit Ericsson entwickeln, müssen sicherstellen, dass die Technologie vertrauenswürdig ist und in Übereinstimmung mit den weltweit anerkannten Ethikstandards entwickelt wird, die eine potenzielle Missachtung der Menschenrechte berücksichtigen. Dies sind zum Beispiel die EU-Ethikrichtlinien für vertrauenswürdige KI.

Fragen

Bevor wir zum nächsten Abschnitt übergehen, nehmen Sie sich bitte einen Moment Zeit, um die bisher behandelten Themen zu rekapitulieren.  Gehen Sie ggf. zurück, um sicherzustellen, dass Sie alles verstanden haben. Sie sollten die Fragen als Leitfaden mit ausgewählten Beispielen und nicht als vollständige Liste betrachten.

  • Verfügt Ihr Unternehmen über einen Prozess, um die Einhaltung der lokalen und internationalen Arbeitsnormen kontinuierlich sicherzustellen?
  • Steht es den Mitarbeitern Ihres Unternehmens frei, unabhängigen Gewerkschaften beizutreten oder nicht beizutreten und kollektiv zu verhandeln?
  • Analysiert Ihr Unternehmen die Risiken moderner Sklaverei, beispielsweise die Beschäftigung von Wanderarbeitern oder Saisonarbeitern, den Einsatz von Arbeitsvermittlern, nationale Gesetze, die schlechte Beschäftigung ermöglichen usw.?
  • Stellt Ihr Unternehmen den Mitarbeitern verständliche Informationen zu ihren Beschäftigungsbedingungen zur Verfügung, einschließlich eines schriftlichen Vertrages?
  • Überwacht Ihr Unternehmen die durchschnittliche Arbeitszeit und stellt sicher, dass die Mitarbeiter die gesetzlichen Anforderungen nicht überschreiten?
  • Verfügt Ihr Unternehmen über einen Prozess, der sicherstellt, dass Sie keine minderjährigen Arbeitnehmer beschäftigen?
  • Verhindert Ihr Unternehmen jegliche Art von Diskriminierung am Arbeitsplatz?
  • Verfügt Ihr Unternehmen bei der Lieferung und/oder Beschaffung von Materialien/Komponenten, die Rohstoffe beinhalten, über Prozesse, um die Herkunft dieser Rohstoffe zu verfolgen und sicherzustellen, dass sie verantwortungsbewusst bezogen werden?
  • Verfügt Ihr Unternehmen über Verfahren zur Identifizierung, Dokumentation und Verfolgung von Vorfällen und Unfällen, um Vorfälle zu beheben und deren zukünftige Wiederholung zu verhindern?